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Die Hatz

Sie wittern ihrer Beute Spur,
du läufst und läufst,
doch folgst du nur
der Angst.
„Nur weiter, weiter nur,
du kannst, du willst, du musst.“

Durch dunkle Sträucher flackert Licht,
die Äste peitschen dein Gesicht.
Es rinnt das Blut,
du spürst es nicht.
„Du kannst, du willst, du musst.“

Die Meute jaulend hinter dir,
Baumwurzeln greifen voller Gier
nach deinem Fuß:
„So bleib doch hier.
Du kannst, du willst, du musst.“

Dir schlägt dein Herz zum Hals heraus,
du strauchelst,
stolperst,
fällst mit Graus.
„Steh auf, steh auf!
Sonst ist es aus.
Du kannst, du willst, du musst.“

Teufelskreis

Die Irrlichter führen
auf finsteren Wegen
zum Schloss ihres Meisters
für das Ritual
durch nachtschwarze Sträucher
gewachsener Ängste
erscheinen die Schatten
in wachsender Zahl

Das Heer der Verdammten
als trutzende Mauer
im Kreis fest umschlungen
formiert sich zum Tanz
ein grölender Reigen
rückt enger zusammen
wer in seiner Mitte
verspürt dunklen Glanz

Gehorsame Sklaven
des mächtigen Meisters
sie hören sein Rufen
und folgen ihm still
geblendete Diener
auf finsteren Wegen
die Irrlichter führen
wohin er sie will

Im Käfig

Freundlich sind sie
die Raubtiere
wenn sie schmeichelnd dich begrüßen
streifen sie dir um die Beine
liegen dir vertraut zu Füßen
stupsen dich
rein freundschaftlich
so als wollten sie dir danken
dass du da bist
etwas forsch
bringen sie dich leicht ins Wanken

Friedlich lecken sie die Mäuler
die noch blutig von dem Bissen
als du strauchelnd fielst zu Boden
haben sie dich gleich zerrissen

Wieder September

Still steht das Wasser
im Glas und die Uhr
dreht sich im Kreis
der fliehenden Zeit

Wieder September
ein Bild hinter Glas
das zu durchschreiten
es heftig mich drängt

als Ende
als Aufbruch

und kein Blick zurück
still steht nur dort
das Wasser im Glas

Wieder September
verflucht diese Uhr
dreht sich und dreht
die fliehende Zeit

Abfluss

Durch den Abfluss
des Verdrängens
fließen Ströme
des Vergessens
münden die
Erinnerungen
bald im Ozean
des Nichts

Doch ihr Sog
er zieht mich wieder
durch die dunklen
engen Rohre
bitter schmeckt
vergangne Wahrheit
bis das Jetzt
in ihr ertrinkt